Dafür werden klinische Daten und weitere medizinische Informationen mithilfe künstlicher Intelligenz ausgewertet. Die Partner wollen untersuchen, ob sich damit klinische Studien gezielter planen und teilweise virtuell simulieren lassen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung alternativer Kontrollgruppen. Statt ausschließlich Patienten mit einer Standardtherapie oder einem Placebo zu behandeln, könnten künftig auch vorhandene Daten und computergestützte Modelle zum Vergleich herangezogen werden. Das könnte die Zahl benötigter Studienteilnehmer reduzieren, Entwicklungszeiten verkürzen und die Kosten klinischer Forschung senken. Zunächst wollen die Unternehmen die technische und wissenschaftliche Machbarkeit bei Lungenerkrankungen untersuchen. Weitere Therapiegebiete sollen folgen. Die Zusammenarbeit geht über die Arzneimittelforschung hinaus. Boehringer Ingelheim nutzt bereits Microsoft Copilot und will künstliche Intelligenz stärker in seine Geschäftsprozesse integrieren. Auch die Modernisierung der IT Infrastruktur und mögliche Anwendungen in der Tiergesundheit gehören zur Kooperation.
Ob digitale Patientenmodelle künftig tatsächlich Teile klassischer klinischer Studien ersetzen können, ist noch offen. Dafür müssen die Verfahren ihre wissenschaftliche Zuverlässigkeit nachweisen und regulatorische Anforderungen erfüllen. Für die Pharmaindustrie könnte sich damit langfristig verändern, wie klinische Evidenz gewonnen und neue Therapien entwickelt werden.
News der "Boehringer Ingelheim International GmbH" vom 22.10.2026