Bei einem Patienten mit früherer Aortendissektion setzte das Dresdner Team zuletzt eine endovaskuläre Prothese mit drei Seitenarmen im Aortenbogen ein. Eine erneute offene Operation wäre aufgrund der Vorgeschichte mit erheblichen Risiken verbunden gewesen. Solche Eingriffe erfordern eine enge Abstimmung zwischen Gefäßchirurgie, Herzchirurgie, Radiologie, Angiologie und Anästhesiologie. Das Dresdner Team führt jährlich rund 200 Eingriffe mit endovaskulären Stentprothesen und etwa 70 offene Rekonstruktionen an der Hauptschlagader durch. Rund 60 der endovaskulären Eingriffe entfallen auf komplexe Versorgungen mit speziellen Gefäßprothesen. Für akute Fälle hält die Klinik zudem vorgefertigte Systeme vor oder passt diese selbst an. Neben der Intervention gewinnt die strukturierte Langzeitnachsorge an Bedeutung. Veränderungen an Gefäßen oder Implantaten sollen so früh erkannt werden. Für die Branche zeigt die Entwicklung, wie spezialisierte Zentren, neue Generationen von Gefäßprothesen und interdisziplinäre Versorgungsmodelle das Behandlungsspektrum für Hochrisikopatienten erweitern.
News des "Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden" vom 29.07.2026