Im Mittelpunkt stehen sogenannte Leberorganoide, kleine, im Labor gezüchtete Gewebestrukturen, die zentrale Funktionen des Organs nachbilden. Sie werden in speziellen Minilaboren in eine Erdumlaufbahn geschickt und dort mehrere Wochen der Schwerelosigkeit ausgesetzt. Parallel entstehen Vergleichsexperimente unter simulierten Weltraumbedingungen auf der Erde. Das Forschungsteam um Strahlenbiologe Nils Cordes vom Dresdner OncoRay Zentrum analysiert, wie sich Mikrogravitation und kosmische Strahlung auf Gene, Zellstruktur und Gewebeorganisation auswirken. Erstmals kommt dabei auch eine hochauflösende Sequenziermethode zum Einsatz, die sichtbar macht, welche Gene unter Weltraumbedingungen aktiv werden. Die Ergebnisse sollen zeigen, wie schnell sich Gewebe im All verändert und welche biologischen Anpassungsprozesse dahinterstehen. Diese Erkenntnisse sind nicht nur für zukünftige Langzeitmissionen im All relevant. Sie könnten auch neue Impulse für die medizinische Forschung auf der Erde liefern, etwa beim Verständnis von Zellstress, Alterungsprozessen oder der Entwicklung neuer Therapien.
News der "Technischen Universität Dresden" vom 26.02.2026