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Durchbruch bei Schwangerschaftsvergiftung

Für Millionen werdender Mütter weltweit könnte sich ein medizinischer Wendepunkt abzeichnen. Forschern ist es erstmals gelungen, bei Patientinnen mit Präeklampsie gezielt jenes Protein aus dem Blut zu entfernen, das als zentraler Auslöser der gefährlichen Schwangerschaftserkrankung gilt. Die jetzt in Nature Medicine veröffentlichten Ergebnisse markieren einen möglichen Paradigmenwechsel in der Behandlung einer Krankheit, für die es bislang keine ursächliche Therapie gibt.
11.05.2026

Präeklampsie zählt weltweit zu den häufigsten Ursachen schwerer Komplikationen während der Schwangerschaft. Die Erkrankung geht meist mit stark erhöhtem Blutdruck einher und gefährdet sowohl die Gesundheit der Mutter als auch die des ungeborenen Kindes. Bisher blieb Ärzten oft nur ein Ausweg: die vorzeitige Entbindung mit allen Risiken einer Frühgeburt. Ein internationales Forschungsteam hat nun einen neuen Ansatz erfolgreich erstmals bei Patientinnen getestet. Mithilfe einer speziellen Blutwäsche wurde das krankheitsauslösende Protein sFlt 1 gezielt aus dem Blut entfernt. Insgesamt neun Frauen wurden behandelt, darunter sieben am Universitätsklinikum Leipzig. In der Folge sank die Konzentration des Proteins deutlich, während sich der Gesundheitszustand der Patientinnen stabilisierte. In mehreren Fällen konnte die Schwangerschaft verlängert werden. Für die Leipziger Geburtsmedizin ist die Studie ein Meilenstein. Seit mehr als zwei Jahrzehnten zählt das Team um Prof. Dr. Holger Stephan zu den weltweit führenden Forschungsgruppen auf diesem Gebiet. Die jetzt erzielten Ergebnisse sind das Resultat von rund 15 Jahren Entwicklungsarbeit, von den ersten Laborversuchen bis zur klinischen Anwendung.

Noch ist der Weg zur Standardtherapie weit. Größere Studien müssen nun zeigen, ob sich der Ansatz langfristig bewährt. Doch erstmals besteht die realistische Aussicht, die Ursachen der Präeklampsie direkt zu behandeln, statt lediglich ihre Folgen zu kontrollieren.

Pressemitteilung des "Universitätsklinikum Leipzig" vom 11.05.2026