Am 21. und 22. April 2026 kam die deutsche und europäische Biotechnologiebranche in Leipzig zusammen. Rund 900 Teilnehmende aus Wissenschaft, Industrie, Politik, Verwaltung und Medien nutzten die German Biotech Days, um sich im Kongresszentrum am Zoo Leipzig über aktuelle Entwicklungen in Forschung und Anwendung sowie über die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Branche auszutauschen. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Biotechnologie-Branchenverband BIO Deutschland e.V. und dem Arbeitskreis der BioRegionen. Regionaler Gastgeber war der biosaxony e.V., das zentrale Netzwerk für Biotechnologie und Life Sciences im Freistaat Sachsen, zusammen mit seiner Partnerregion InfectoGnostics Forschungscampus Jena.
Zum Auftakt der Konferenz setzten hochrangige Vertreterinnen und Vertreter zentrale Impulse, darunter Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Roland Sackers, Vorstandsvorsitzender des DBT-Ausrichters BIO Deutschland, sowie Dr. Oliver Uecke, Vorstand von biosaxony e. V. Er hob insbesondere die Entwicklung Sachsens zu einem leistungsfähigen Biotechnologie- und Innovationsstandort hervor. Ergänzt wurde das Eröffnungsplenum durch Clemens Schülke, Bürgermeister und Beigeordneter für Wirtschaft der Stadt Leipzig. Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter betonte zum Beginn des zweiten Tages die Bedeutung der Branche für Sachsen mit dem Hinweis auf die Fortführung der im Jahr 2000 gestarteten Biotechnologie-Offensive als ein zentrales Element der Innovationsstrategie des Freistaates. „Die Biotechnologie ist ein Motor für Innovation, Wachstum und Beschäftigung in Sachsen. Mit der gezielten Förderung von Infrastruktur, Forschung und Unternehmensgründungen haben wir ein Umfeld geschaffen, das Talente anzieht und internationale Strahlkraft besitzt. Die Erfolge der vergangenen über 25 Jahre sind Ansporn, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen“, so Panter.
Die Gastgeberregion präsentierte sich mit Highlights der Branche aus Industrie und Forschung. Sowohl im Konferenzprogramm als auch unter den Ausstellern waren die Unternehmen Lipotype GmbH, Primogene GmbH, ESTER Biotech GmbH, Qualitype GmbH, pluriSelect Life Science UG & Co. KG, c-LEcta GmbH, GENEWIZ Germany GmbH und World Courier (Deutschland) GmbH vertreten. Hinzu kamen die Forschungs- und Transfereinrichtungen Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP), die Universität Leipzig und die TU Dresden sowie weitere zentrale Akteure des sächsischen Life Science-Innovationsökosystems: biosaxony e.V., das Präzisionstherapie-Cluster SaxoCell, das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI), die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS), die Stadt Leipzig und die leap:up GmbH - vereint unter der Vision der Dachmarke „Leipzig for LifeChangers“. Gemeinsam transportierten sie ein klares Bild: Sachsen steht für vernetzte Innovation, kurze Wege zwischen Forschung und Anwendung sowie eine wachsende internationale Strahlkraft. Der Auftritt machte deutlich, wie eng Wirtschaft, Wissenschaft und Standortentwicklung zusammenwirken und wie daraus ein leistungsfähiges Ökosystem entsteht, das Lösungen für die Medizin von morgen hervorbringt.
Das Abendevent der DBT richtete biosaxony mit rund 700 Gästen im Leipziger Kulturzentrum, Moritzbastei, aus. Neben dem fachlichen Austausch mit Diskussionen zu mRNA- und Zelltherapien, nachhaltigen Bioprozessen sowie Fragen der Finanzierung und Skalierung, standen dabei auch das gemeinsame Feiern und Netzwerken im Vordergrund. Unterstützt wurde das Abendevent von BIO Deutschland, c-LEcta GmbH, Johnson & Johnson, KPMG, Lipotype GmbH, OFB Projektentwicklung GmbH, der Stadt Leipzig sowie der WFS.
Leipzig als Innovationshub erlebbar gemacht
Ein Highlight der German Biotech Days 2026 war die Innovation Tour am 22. April, die Einblicke in das Leipziger Life-Sciences-Ökosystem bot. Im Mittelpunkt stand der BioCity Campus als zentraler Standort für biomedizinische Forschung und Gründungen. Besucht wurden unter anderem das Fraunhofer IZI und die BellaSeno GmbH. Auch die Pacifico Biolabs GmbH und das Innovationszentrum für computerassistierte Chirurgie (ICCAS) präsentierten sich. Unternehmen wie c-LEcta GmbH verdeutlichten die internationale Skalierung biotechnologischer Innovationen aus Leipzig. Unterstützungsstrukturen wie der Start-up-Accelerator medical:forge Leipzig zeigten zudem, wie Forschung gezielt in Anwendungen überführt wird. Die Tour machte die enge Verzahnung von Wissenschaft, Unternehmertum und klinischer Praxis deutlich und endete mit einem Networking-Abend auf der Dachterrasse von c-LEcta mit Blick auf Leipzig.
Stimmen zur Veranstaltung
Dr. Oliver Uecke, Vorstandsvorsitzender des sächsischen Biotech-Branchenverbandes biosaxony e.V. sagte: „Leipzig und Sachsen stehen für ein dynamisches, innovatives Biotech- und Life-Sciences-Ökosystem. Dass die German Biotech Days (DBT) in diesem Jahr, zehn Jahre später, erneut in Leipzig stattfinden, unterstreicht die Stärke der sächsischen Biotech- und Life-Sciences-Branche. Sie basiert auf einem eng verzahnten Zusammenspiel von Forschung und Wirtschaft – getragen von exzellenten wissenschaftlichen Einrichtungen wie der Exzellenzuni TU Dresden, der Universität Leipzig, Fraunhofer- und Max-Planck-Instituten, leistungsfähigen Infrastrukturen wie der BIO CITY Leipzig sowie einer wachsenden Zahl erfolgreicher Ausgründungen, etwa Seamless Therapeutics aus der TU Dresden. Zusammen mit zahlreichen Partnern und mit großer Unterstützung der politischen Akteure in Sachsen entwickelt biosaxony diese Standortfaktoren gezielt weiter, eingebettet in strategische Initiativen, allen voran die Biotech-Offensive des Freistaates Sachsen.“
Die leap:up GmbH, der Life-Science-Ökosystementwickler des biosaxony e. V., unterstützte die operative Umsetzung der German Biotech Days vor Ort. Ihr Geschäftsführer André Hofmann erklärte: „Leipzig und Sachsen haben sich bei den diesjährigen DBT als leistungsfähiger Gastgeber präsentiert – mit kurzen Wegen, einer hohen Dichte an relevanten Akteuren und einem Umfeld, das den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gezielt fördert. Besonders sichtbar wurde, wie wichtig persönliche Begegnungen und direkte Vernetzung für die Weiterentwicklung von Innovationen sind. Genau hier setzen Formate wie die DBT an, indem sie Kooperationen ermöglichen, neue Impulse geben und die Überführung von Forschung in Anwendung beschleunigen.“
WFS-Geschäftsführer Thomas Horn: "Mit der Ausrichtung der Deutschen Biotechnologietage in Leipzig hat Sachsen ein deutliches Zeichen gesetzt: Der Freistaat will seine Rolle als dynamischer Biotech- und Life-Sciences-Standort überregional und international weiter ausbauen. Dafür haben wir mit der kompletten Wertschöpfungskette am Standort, einer hohen Innovationskraft im Ökosystem sowie den Synergien aus der branchenübergreifenden Zusammenarbeit hervorragende Voraussetzungen. Die WFS wird mit ihrer domänenübergreifenden Branchenarbeit die Akteure weiterhin aktiv unterstützen sowie bei der Internationalisierung mit unseren Formaten und Veranstaltungen helfen."
Die German Biotech Days 2026 wurden damit nicht nur zur Branchenplattform, sondern auch zur Bühne für einen Standort, der sich selbstbewusst als führender Life Sciences-Hub in Europa positioniert. Die Kombination aus exzellenter Forschung, innovativen Unternehmen und gezielter Netzwerkförderung zeigte eindrücklich, welches Potenzial die Region für die Zukunft der Life Sciences in Deutschland und darüber hinaus hat.
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Über biosaxony e. V. und leap:up GmbH:
Der biosaxony e. V. ist der Branchenverband der sächsischen Biotechnologie-, Medizintechnik- und Gesundheitswirtschaft und vernetzt Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie weitere Akteure des Life-Sciences-Ökosystems. Ziel ist die Initiierung von Kooperationen, die Förderung von Innovationen sowie der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Anwendung. Die leap:up GmbH ist eine hundertprozentige Tochter von biosaxony und agiert als Life-Science-Enabler an der Schnittstelle von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesundheitsversorgung. Sie unterstützt Gründer und Unternehmen mit Transferformaten, Infrastruktur, Netzwerkzugängen und operativer Umsetzung dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse in marktfähige Innovationen zu überführen und die regionale Wertschöpfung zu stärken. biosaxony und leap:up tragen damit gemeinsam zur Entwicklung des sächsischen Life-Science-Ökosystems bei. Neben biotechnologischen Innovationen entstehen dabei zunehmend Anwendungen in der Medizintechnik, der vernetzten Gesundheitsversorgung und der grünen Chemie. Unterstützt wird diese Entwicklung durch Investitionen in moderne Infrastruktur, etwa durch den Ausbau des BioCity Campus, sowie durch die enge Verzahnung von Forschung, Wirtschaft und Transferstrukturen.
Über BIO Deutschland e.V.:
Der BIO Deutschland e. V. ist eine unabhängige Biotechnologie-Organisation. Der Unternehmensverband vertritt die Interessen seiner Mitglieder auf nationaler, europäischer und globaler Ebene. Die Biotechnologie überführt Biologie in die industrielle Anwendung. Sie hat beispielsweise in der Medizin bereits weithin sichtbaren Nutzen gezeigt. Innovative biobasierte Wirtschaftssysteme können Deutschland und Europa Souveränität und Wohlstand auf lange Sicht ermöglichen. Das Netzwerk im Verband ist interdisziplinär und einmalig. Die Mitglieder forschen, entwickeln, produzieren und vermarkten global. BIO Deutschland ist eine starke Gemeinschaft. Sie setzt auf Vielfalt, Offenheit und Chancengleichheit und bekennt sich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung. Roland Sackers ist Vorstandsvorsitzender des BIO Deutschland.