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Gezielte Immunbremse soll Transplantationsrisiken senken

Ein Forschungsteam des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig vermeldet einen Durchbruch bei der Prävention schwerer Komplikationen nach einer Blutstammzelltransplantation. Die im Fachjournal BLOOD veröffentlichten Daten zeigen einen neuartigen Ansatz gegen die gefürchtete Graft-versus-Host-Erkrankung, die bei bis zu der Hälfte aller allogenen Transplantationen auftritt.
27.01.2026

Anstatt das Immunsystem pauschal zu unterdrücken, behandeln die Forschenden die Spender-T-Zellen vor der Übertragung gezielt mit einem Antikörper gegen das Oberflächenmolekül CD4. Durch diese einmalige Modifikation außerhalb des Körpers sollen jene Immunzellen gebremst werden, die eine schädliche Reaktion auslösen können, ohne die Gesamtabwehr lahmzulegen.

In präklinischen Modellen reduzierte der Ansatz die akute Graft-versus-Host-Erkrankung über den gesamten Beobachtungszeitraum deutlich. Wesentliche Teile der Studie wurden im Rahmen des Clusters „4Future SaxoCell” durch Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mitfinanziert. Nun wird die Strategie für eine klinische Phase-I/II-Studie vorbereitet. Gelingt die Translation, könnte dies die Sicherheit und Wirksamkeit einer zentralen Krebstherapie nachhaltig verbessern.

Pressemitteilung des "Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI" vom 27.01.2026