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Innovationsrückstand bei Arzneimitteln

Deutschland verliert den Anschluss bei neuen Arzneimitteln, und der Abstand wächst spürbar. Eine aktuelle Analyse von Charles River Associates (CRA) zeigt, dass zwischen 2016 und 2025 rund 33 Prozent der in den USA zugelassenen Medikamente hierzulande keine Zulassung erhalten haben. Insgesamt fehlen 175 Präparate. Darunter sind 51 Therapien mit besonders hohem medizinischem Potenzial, die in den USA beschleunigt geprüft wurden. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das oft spätere oder gar keine Zugänge zu Behandlungen, die anderswo längst verfügbar sind.
16.04.2026

Besonders ins Gewicht fällt, dass unter den fehlenden Präparaten zahlreiche mit hohem medizinischem Nutzen sind, darunter viele mit beschleunigtem Zulassungsstatus. Der Befund überrascht in einem Punkt nicht. Der Rückstand entsteht weniger durch Ablehnungen als durch strategische Entscheidungen der Unternehmen. Viele Innovationen werden in Europa gar nicht erst zur Zulassung eingereicht. Damit verschiebt sich die globale Dynamik weiter zugunsten der USA, während auch China an Bedeutung gewinnt. Europa verliert an Attraktivität als früher Markteintrittsort. Für Deutschland wird diese Entwicklung zum Standortthema. Unternehmen bewerten nicht nur regulatorische Prozesse, sondern vor allem die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Planbare Erstattung und verlässliche Perspektiven entscheiden darüber, ob Innovationen früh verfügbar sind oder andere Märkte bevorzugt werden. Wird diese Unsicherheit größer, droht sich der Trend zu verstärken, mit direkten Folgen für die Versorgung und die Innovationskraft des Gesundheitsstandorts Deutschland.

Pressemitteilung des "Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V." vom 16.04.2026