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Kompost statt Kunststoff Dresden entwickelt grüne Schnelltests

In der Pandemie haben Schnelltests Millionen Tonnen Plastikmüll erzeugt. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden arbeitet nun an einer nachhaltigen Alternative. Im Rahmen des Projekts BioMat werden medizinische Schnelltests aus biobasierten und kompostierbaren Materialien entwickelt. Ein Beispiel ist ein Point-of-Care-Test zum Nachweis von Hepatitis D, einem Virus, das schwere Leberschäden verursachen kann.
02.02.2026

Herzstück des Tests ist der Biokunststoff Polybutylensuccinat, der aus pflanzlicher Stärke gewonnen wird. Das Material ist stabil, lagerfähig und baut sich unter industriellen Kompostbedingungen innerhalb weniger Monate weitgehend ab. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU sowie Industriepartnern wurde der Spritzgussprozess so angepasst, dass selbst feinste Mikrostrukturen präzise abgebildet werden können. Auch die Elektronik ist nachhaltig konzipiert. Mittels Dickschichttechnik werden Sensorstrukturen im Mikrometerbereich aufgebracht. Die biologischen Reagenzien entstehen in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI und der Roboscreen GmbH. Der Einsatz kompostierbarer Materialien in der Diagnostik wird jedoch noch durch regulatorische Vorgaben gebremst. Doch das Dresdner Konsortium will zeigen, dass Präzision, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit kein Widerspruch sein müssen.

Pressemitteilung des " Informationsdienst Wissenschaft e. V." vom 02.02.2026