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Krebsforschung nutzt Erfahrung von Patienten

Die Zukunft der Krebsmedizin entsteht längst nicht mehr ausschließlich im Labor. Immer häufiger rückt eine bislang unterschätzte Quelle für Innovation in den Mittelpunkt. Dabei geht es um die Erfahrung von Patienten selbst. Mit einem neuen Qualifizierungsprogramm setzt das Mitteldeutsche Krebszentrum der Universitätskliniken Leipzig und Jena nun genau dort an. Unter dem Namen ONCOlleg werden Menschen mit eigener Krebserfahrung und Angehörige gezielt darauf vorbereitet, ihre Perspektiven in Forschungsprojekte und klinische Studien einzubringen. Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie wirkungsvoll. Wer die Krankheit durchlebt hat, verfügt über Wissen, das sich in keinem Lehrbuch findet.
19.05.2026

Rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer absolvieren derzeit den ersten Ausbildungsgang. Sie lernen, wie klinische Forschung funktioniert, welche Rolle Studien spielen und wie moderne, personalisierte Krebstherapien entwickelt werden. Anschließend sollen sie als Patientenbotschafter aktiv an der Bewertung wissenschaftlicher Projekte mitwirken und Forschungsteams beraten. Der Ansatz folgt einem internationalen Trend. In der modernen Onkologie wächst die Überzeugung, dass medizinischer Fortschritt nicht allein aus technologischen Innovationen entsteht. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Bedürfnisse Betroffene tatsächlich haben und welche Herausforderungen sie im Alltag bewältigen müssen. Für die Krebszentren in Leipzig und Jena ist ONCOlleg deshalb weit mehr als ein Fortbildungsangebot. Es ist ein Baustein für eine neue Form der Forschung, die Patienten nicht länger nur als Empfänger medizinischer Leistungen betrachtet, sondern als aktive Mitgestalter. Damit wird aus persönlicher Erfahrung eine Ressource für bessere Therapien und eine stärker an den Bedürfnissen der Menschen orientierte Krebsmedizin.

Pressemitteilung des "Universitätsklinikum Leipzig" vom 19.05.2026