In den Räumen des Rechenzentrums auf dem Campus Augustusplatz flimmern die blauen Lichter der Server, hinter denen sich ein gewaltiger Technologiesprung verbirgt. Der Supercomputer soll Forschende aus den Bereichen Medizin, Informatik, Physik und Neurowissenschaften mit ganz neuen Möglichkeiten ausstatten. Besonders in der personalisierten Medizin verspricht die Technologie große Fortschritte. Humboldt-Professor Jens Meiler vom Institut für Wirkstoffentwicklung erklärt, dass die neuartige Architektur die Simulation von Proteinstrukturen und die Suche nach neuen Arzneikandidaten um den Faktor zehntausend beschleunigen könnte.
Die neue Infrastruktur wird in Leipzig nicht nur für die KI-gestützte Wirkstoffentwicklung, sondern auch für Umwelt- und Klimamodelle, Wissensgraphen, Krebsforschung und biomedizinische Kommunikationstechnologien genutzt. Dank der neuromorphen Architektur arbeitet das System rund achtzehnmal energieeffizienter als klassische Supercomputer. Es bildet den Kern des entstehenden KI-Rechenzentrums der Universität Leipzig. Für Spinncloud-Mitgründer und TU-Dresden-Professor Christian Mayr ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie neuromorphe Hardware Europas technologische Unabhängigkeit im Bereich KI und Supercomputing stärkt. Mit dem neuen System entwickelt sich Leipzig weiter zu einem führenden Standort für angewandte KI, Biotechnologie und datengetriebene Life-Sciences-Forschung.
News der "Universität Leipzig" vom 28.10.2025