Die Technik erlaubt gestochen scharfe, dreidimensionale Einblicke, selbst bei schnellen Bewegungsabläufen. Mit bis zu 500 Bildern pro Sekunde lassen sich Gelenkbewegungen, Muskelstrukturen oder mögliche Fehlstellungen präzise untersuchen – deutlich genauer als mit klassischen, statischen Röntgenbildern. Gleich mehrere Forschungsprojekte starten bereits. Ein Fokus liegt auf Problemen bei Nutztieren wie Hühnern: Die Forschenden wollen klären, ob Brustbeinbrüche tatsächlich durch Sprünge von Sitzstangen entstehen. Auch Pferde und Hunde werden untersucht, um beispielsweise Zahn- und Gelenksbelastungen unter realen Bewegungsbedingungen besser zu verstehen.
Die Anlage war mit 1,2 Millionen Euro eine Investition, die zur Hälfte von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und vom Freistaat Sachsen finanziert wurde. Damit ist sie in Deutschland einzigartig und europaweit gibt es nur eine vergleichbare Einrichtung in Zürich. Die Kombination aus Hightech-Röntgen, Bewegungslabor und biomedizinischer Forschung birgt enormes Potenzial. Tiere mit chronischen Bewegungsproblemen könnten künftig besser diagnostiziert und behandelt werden. Auch für die Humanmedizin eröffnet sich eine Perspektive: In Zukunft könnten Menschen und Tiere parallel von neuen Erkenntnissen profitieren.
Pressemitteilung der "Universität Leipzig" vom 20.11.2025