#read

Neue Hoffnung für Wirkstoffe Leipziger Forschung rückt seltene Rezeptoren ins Zentrum der Medizin

Viele Krankheiten haben eines gemeinsam: Sie werden durch komplexe Signalprozesse in den Zellen gesteuert. Ein Forschungsteam der Universität Leipzig rückt nun eine bislang wenig genutzte Gruppe solcher Signalgeber in den Fokus der Wirkstoffforschung und zeigt ihr enormes therapeutisches Potenzial.
26.02.2026

Im Zentrum stehen sogenannte Adhäsions-G-Protein gekoppelte Rezeptoren. Diese Proteine sitzen auf der Oberfläche von Zellen und reagieren auf chemische und mechanische Reize. Obwohl sie an zahlreichen Erkrankungen beteiligt sind, existiert bislang kein zugelassenes Medikament, das gezielt auf diese Moleküle wirkt. Insgesamt sind 17 der 33 bekannten menschlichen Rezeptoren bereits mit Krankheiten in Verbindung gebracht worden. Ein internationales Team der Universität Leipzig und der Shandong Universität hat nun den aktuellen Forschungsstand in einer umfassenden Analyse zusammengetragen. Die Studie erschien im renommierten Fachjournal Nature Reviews Drug Discovery und bündelt Erkenntnisse aus rund drei Jahrzehnten Forschung sowie nahezu 300 wissenschaftlichen Arbeiten. Die Leipziger Forschenden arbeiten bereits an neuen Wirkstoffen, die gezielt einzelne Signalwege dieser Rezeptoren ansprechen sollen. Solche präzisen Ansätze könnten Nebenwirkungen reduzieren und neue Therapien etwa für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen oder Krebs ermöglichen. Auch erste experimentelle Wirkstoffe zeigen bereits vielversprechende Effekte in Tiermodellen. Für die Pharmaforschung eröffnet sich damit ein neues Feld. Was lange als kaum nutzbare Rezeptorfamilie galt, könnte sich künftig als Schlüssel für eine neue Generation präziser Medikamente erweisen.

Pressemitteilung der "Universität Leipzig" vom 26.02.2026