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Seamless Therapeutics landet Lilly Deal und nimmt Hörverlust ins Visier

Mit einem globalen Forschungs- und Lizenzpakt mit Eli Lilly setzt Seamless Therapeutics aus Dresden ein starkes Signal für die nächste Welle der Genmedizin. Im Zentrum steht ein Ansatz, der sich deutlich vom klassischen Gene Editing abhebt. Seamless programmiert Rekombinasen. Das sind Enzyme, die DNA-Abschnitte nicht nur punktgenau schneiden, sondern auch präzise und großflächig in das Genom einfügen, austauschen oder entfernen können. Entscheidend ist, dass diese Technologie unabhängig von den natürlichen Reparaturmechanismen der Zelle arbeitet und somit theoretisch kontrollierter und sauberer skalieren könnte.
28.01.2026

Lilly erhält eine exklusive Lizenz auf die von Seamless entwickelten zielgerichteten Rekombinasen und übernimmt die weitere präklinische und klinische Entwicklung bis hin zur Vermarktung. Seamless bleibt die Ideenschmiede und liefert die programmierten Werkzeuge, während Lilly Entwicklungspower, regulatorische Erfahrung und die industrielle Umsetzung in genetischen Hörstörungen einbringt. Finanzielle Details werden nicht offengelegt, doch Seamless erhält eine garantierte Vorabzahlung sowie eine zugesagte Forschungs- und Entwicklungsfinanzierung. Insgesamt kann das Paket auf über 1,12 Milliarden US-Dollar anwachsen, abhängig von Entwicklungs- und Vermarktungsmeilensteinen, zuzüglich umsatzabhängiger Lizenzzahlungen bei Erfolg. Für die Dresdner ist es mehr als ein Deal. Er validiert, dass programmierbare Rekombinasen als neue Klasse von Genwerkzeugen den Sprung aus dem Labor in die Produktlogik großer Pharmaunternehmen schaffen können. Und für Patienten mit genetisch bedingtem Hörverlust könnte daraus erstmals eine wirklich ursächliche Therapie entstehen.

Pressemitteilung der "Seamless Therapeutics GmbH" vom 28.01.2026