Der Handschuh verfügt über Luftpolster, die einzelne Finger und das Handgelenk gezielt bewegen können. So lassen sich Alltagsgegenstände wie Gläser, Teller oder Besteck sicher greifen und halten. Die Greifabsicht wird über elektrische Signale der Unterarmmuskulatur erfasst. Nach Angaben des Forschungsteams erkennt das System diese Signale mit einer Genauigkeit von bis zu 97 Prozent. Zusätzliche Bewegungssensoren sorgen dafür, dass der Griff während einer Transportbewegung stabil bleibt. Erprobt wurde die Technologie unter anderem mit einem Patienten, der an ALS erkrankt ist. Trotz stark eingeschränkter Beweglichkeit konnte er nach vier Jahren erstmals wieder selbstständig eine Gabel greifen. Nach Angaben der Forschenden genügen bereits wenige Minuten Training, um die Steuerung deutlich zu verbessern. Neben der technischen Entwicklung steht auch die Praxistauglichkeit im Fokus. Der Handschuh besteht aus kostengünstigen Materialien und soll dadurch möglichst vielen Betroffenen zugänglich werden. Das Forschungsteam arbeitet bereits daran, das Konzept auf weitere Krankheitsbilder wie Schlaganfälle oder Schädigungen peripherer Nerven zu übertragen.
News der "Technischen Universität München" vom 06.07.2026