Auslöser war die angekündigte Einstellung der Unterstützung für das bisherige System i.s.h.med durch Oracle. Das UKL nutzte den notwendigen Wechsel, um zugleich papiergebundene Abläufe zu digitalisieren. Gemeinsam mit Meierhofer entwickelte das Klinikum eine digitale Patientenkurve, die ambulante und stationäre Behandlungsdaten zusammenführt. Damit sollen doppelte Untersuchungen und wiederholte Datenabfragen reduziert werden. Auch die Arzneimittelverordnung und Medikation werden künftig stärker digital unterstützt. Das neue System begleitet den Prozess von der ärztlichen Verordnung über die Prüfung möglicher Risiken bis zur Verabreichung. Perspektivisch soll ein sogenanntes „Closed Loop Medication Management“ entstehen, das die einzelnen Schritte der Arzneimitteltherapie digital miteinander verbindet.
Der Systemwechsel erforderte umfangreiche Vorbereitungen. Rund 800 speziell geschulte Beschäftigte begleiteten die Einführung, hinzu kamen 340 Schulungstermine. In den ersten Tagen unterstützten mehr als 100 Fachkräfte die Teams vor Ort. Probleme bei der Anbindung einzelner Systeme und die Umstellung interner Abläufe führten zunächst zu Einschränkungen. Bereits in der zweiten Woche kehrten OP-Bereiche und Ambulanzen jedoch weitgehend zum Regelbetrieb zurück.
Für das Universitätsklinikum ist die neue IT Plattform zugleich die technische Grundlage für eine stärkere Vernetzung klinischer Prozesse und den künftigen Einsatz künstlicher Intelligenz. Das Projekt zeigt, wie Krankenhäuser die notwendige Erneuerung ihrer IT Infrastruktur mit einer umfassenderen Digitalisierung der Patientenversorgung verbinden können.
Pressemitteilung des "Universitätsklinikums Leipzig" vom 15.10.2026